Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmen

Innovationen sind wichtiger denn je

Innovationen sind im Unternehmen ebenso wichtig wie in der Formel 1. Wer zu den Besten gehören möchte, darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern muss stets an einer Leistungsverbesserung arbeiten. Dies zeigt sich sowohl bei der Entwicklung neuer Bauteile für Rennwagen, als auch bei der Einführung neuer Geschäftsmodelle und Finanzprodukte.
Die Produktlebenszyklen werden immer kürzerDurch Innovationen wird der Fortbestand eines Unternehmens gesichert. Im Durchschnitt wird heute mehr als jeder vierte Euro mit Produkten oder Dienstleistungen verdient, welche vor drei Jahren noch nicht zum Produktportfolio einer Firma gehörten. Denkt man beispielsweise an die kurzlebige Telekommunikations- oder die IT-Branche, so liegt der Anteil bei nahezu 100 Prozent.

Auf Grund der zunehmenden Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts und den sich verändernden Kundenbedürfnissen wird es für Unternehmen zukünftig noch wichtiger werden, innovativ zu sein. Die Produktlebenszyklen werden durch neue Technologien und durch anspruchsvollere Kunden weiter verkürzt. Da hierdurch auch der Ertrags-Zeitraum eingeschränkt wird, müssen als Folge auch die Entwicklungszeiten zeitlich und kostenmäßig deutlich reduziert werden.

 

Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmen

Seedbeat hat die vier wichtigsten Schlüsselfaktoren identifiziert, welche den Erfolg zukünftiger Innovationen in ganz besonderer Weise beeinflussen. Dabei ist der Einklang von allen vier Faktoren wichtig, da nur das Zusammenwirken eine erfolgreiche Innovation generiert. Wird einer der Punkte gar nicht erfüllt, so scheitern diese Projekte mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Ein gutes Konzept

Jedem Business Case und jedem Produkt liegt immer ein gutes Konzept zu Grunde. Der entsprechenden Ausarbeitung kommt eine hohe Bedeutung zu. Dabei ist wichtiger als die Dokumentation des Konzeptes selbst, die kundenzentrierte Entwicklung von Prototypen in einem frühen Stadium. Während früher ein Konzept erstellt wurde und man glaubte das Problem des Kunden verstanden zu haben, wird entsprechendes Feedback heute wesentlich früher in den Prozess eingebunden. Ebenso darf das Konzept/Business Plan nicht als starr gelten. Kundenfeedback sollte zu einer sofortigen Anpassung führen (möglichst viele Produktiterationen im Entwicklungsprozess).

Prinzipiell gilt:

  • Je mehr Kundenfeedback, desto besser lässt sich das Produkt verkaufen.
  • Je eher Kundenfeedback, desto geringer sind die „sunk costs“ im Entwicklungsprozess.

Exekutive Kompetenz

Innovationen sind in erster Linie eine Sache des Kopfes und daher ist jedes Konzept auch nur so stark, wie das Team, welches entwickelt und später den Business Case umsetzt. Mangelt es in diesem Bereich an operativer Exzellenz, können auch gute Innovationen schnell scheitern. Allgemein gilt die Devise: „Lieber eine B-Idee mit einem A-Team umsetzen, als eine A-Idee mit einem B-Team.“ Entsprechende Kompetenz sollte nicht nur von den Führungskräften beigesteuert werden. Das Commitment und die Gedankenoffenheit des ganzen Teams sind gefordert. So ist es notwendig bisherige Gedankenbarrieren einzureißen und auch fundamentale Änderungen der Geschäftspolitik nie auszuschließen. Ebenso wie die Verfügbarkeit der kompetenten Mitarbeiter, spielt auch Incentivierung eine herausragende Rolle. Ob später Reputationsincentivierungen oder auch monetäre Anreize geschaffen werden, ist individuell zu analysieren.

Ausreichend Budget

Ein gutes Konzept und die entsprechenden Kompetenzen wollen in jedem Business Case finanziert sein. Ein ausreichendes Budget dient daher als Grundlage für einen späteren Erfolg. Gerade Budgetverantwortliche haben bei der Allokation von Geld drauf zu achten, dass nicht jede Innovation ein Blockbuster wird. Vielmehr muss ein Verständnis gewonnen werden, dass eine ausreichend hohe Fehlerquote/Terminierungsquote mit in die spätere Bewertung einfließt. Um der hohe Fehlerquote entsprechend zu begegnen, haben sich deshalb in der Vergangenheit Diskont-Raten von 50%-75% p.a. in Abhängigkeit des Risikos etabliert. Scheitert letztendlich doch eine Innovation, so sollten die Verluste durch andere erfolgreiche Projekte kompensiert werden können. Hieraus lässt sich weiterhin ein gewisser Portfoliogedanken ableiten. Erst bei einer Anzahl von 15-20 Innovationen in der Pipeline sinkt das individuelle Risiko eines Business Cases und die ausreichende Diversifikation kann mögliche Verluste kompensieren.

Need for Speed

Da sich die Produktlebenszyklen in den letzten Jahren verkürzt haben, müssen sich in Folge auch die Entwicklungszeiten verkürzen, um denselben Return on Investment erwirtschaften zu können. Schafft man es, den Entwicklungsprozess zu verkürzen, steigt gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit, als erstes Unternehmen mit der Innovation auf den Markt zu treten und den First Mover Advantage zu nutzen. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn man an das iPhone von Apple denkt. Durch seine intuitive Bedienungsweise und die intelligente Software konnte sich das iPhone hohe Marktanteile sichern, die es bis heute innehat. Obwohl zahlreiche andere Hersteller momentan ähnliche Smartphones zu teils besseren Preisen anbieten, konnte Apple seinen Marktanteil weiter ausbauen und einen hohen Preis halten. Ähnlich sieht es bei der Entwicklung in Märkten mit hohem Imitationsmöglichkeiten aus. Die Vorteile eines geringen „time-to-market“ liegen durch den dauerhaft hohen und konservierbaren Marktanteil somit auf der Hand.

 

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Ein Kommentar auf “Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmen
  1. Jürgen Leipmeier sagt:

    Das ist absolut richtig… insbesondere die verkürzten Produktlebenzeiten haben einen riesen Einfluss auf das Innovationsbedürfnis der Unternehmen. Ich meine, wo sieht man es besser als bei den ganzen Handyherstellern. Apple bringt jedes halbe Jahr mindestens ein neues Produkt raus…

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